Original Allisons


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Historie

Historie

Eine weit über 100jährige Tradition mit dieser speziellen Arbeit:

Parterre-Springen und Ikarische Spiele,

heißt nicht, verstaubt zu sein. Man geht ja mit der Zeit, aber man muß nicht jede Mode mitmachen! Frei nach Arthur Schopenhauer: „Das Publikum ist manchmal so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu genießen!“ Aber unser Motto ist am besten mit einem Spruch vom Gründer der Allisons, meinem Urgroßonkel Otto Eimer-Allison, zu beschreiben:

„Durch Geist und Fleiß zusammenhalten,
kann man-trotz widriger Gewalten,
doch manches schön und neu gestalten,
Erreichtes lang und hoch erhalten!“

Es würde die Website sprengen, die Chronik der „Original Allisons“ (mit allen Mitgliedern, Engagements und Fakten)ausführlich darzustellen. Also beschränke ich mich auf die Eckdaten, stehe aber gerne für detaillierte Auskünfte zur Verfügung.

Die Allisons wurden 1887 von Otto Eimer (Onkel meiner Großmutter, also mein Urgroßonkel) gegründet. Er wurde am 12.7.1868 in Berlin geboren. Angefangen hat er als Lehrling in der „Reinhold-Truppe“, die er Anfang 1886 verließ, um sich mit seinen Kollegen Adolf Barowski und Hermann Busch selbständig zu machen. Zuerst nannten sie sich „Remies“ (Eimer rückwärts gelesen), aber damals wie heute verkauft sich ein ausländischer Name besser. Jeder von ihnen schrieb einen Namen auf einen Zettel und warf das Los in einen Hut. Mein Onkel hatte gerade einen Western gelesen und der Held hieß „Allison“, der Name gefiel ihm, er schrieb ihn auf seinen Zettel – und dieser wurde gezogen! Zu dieser Zeit kam auch sein Bruder Max zur Truppe, ebenso dessen Tochter Erna.
Damals konnte man nicht auf soviele Erfahrungen im akrobatischen/ turnerischen Bereich zurückgreifen wie das heute möglich ist. Also mußten sie sich sehr viel selbst erarbeiten, ausdenken und ausprobieren. Und das haben sie auch geschafft! Mittlerweile bestand die Truppe aus 9 Personen. Spezialisiert waren sie auf Ikarische Spiele und Parterre-Springen. Onkel Otto war der erste, der Ikarische Spiele auf
„Lebenden Kissen“ aufführte (an Stelle des Piedestals mit Kissen/Couchinette trug ein Mensch den Unter= mann)! Auch war in den dreißiger Jahren einer der ersten 3 Springer (weltweit) bei uns, der einen Rondat-Flickflack-Doppelsalto sprang! Auf 8m Teppich, egal ob Bühne oder Manege!
Ich weiß nicht, woher Onkel Otto sein Gespür für Gesundheit hatte, aber er legte Grundlagen für korrekte, knochenschonende Haltung beim Parterre-Springen, die bis heute Gültigkeit haben. Ebenso achtete er auf ein ver= nünftiges Aufwärmen, was sich stets bewährt hat und ich auch heute noch genauso befolge. Ein Professor für Sportwissenschaft hat 1999 exakt (wissenschaftlich belegt) ein korrektes, richtiges Aufwärmen beschrieben – es war genau das, was Onkel Otto eingeführt hatte!
Leider war es damals üblich, mit Kindern (von 4 Jahren an ) zu arbeiten.
So etwas gab es bei Allisons nie, es stand nie ein Lehrjunge vor seinem 14.Lebensjahr auf der Bühne! Die Folge war, daß ein fester Stamm der Truppe 25-30 Jahre zusammenblieb. Wenn man nämlich zu früh anfängt, sind die Knochen mit 25/30 im „Eimer“. Aber als Artist möchte man ja doch länger arbeiten, es ist ja unser Beruf.
Im 1.Weltkrieg wurde die Truppe auseinandergerissen, kam aber schnell wieder zusammen. Nun nannten sie sich erstmal „Remies“, bis sie wieder die Qualität hatten, wofür der Name „Allisons“ damals schon bürgte. Mein Großvater, Albert Gericke, war seit 1912 bei der Truppe und Onkel Ottos Nichte Marta kam 1915 dazu. Die beiden haben geheiratet und mein Großvater bekam die Truppenführung übertragen (und damit auch das Namensrecht). Dies ging später an meinen Vater, Fred Gericke, über und dann an mich. Übrigens,das „Original“ vor dem Namen ist nur eine Empfehlung eines Gerichts, weil verschiedene Kollegen wollten den Namen führen (haben aber alle Prozesse verloren).
Im 2.Weltkrieg war es schlimmer, einige Mitglieder überlebten nicht und der Neuanfang war schwer. Auch waren ja fast alle Arbeitsmöglichkeiten zerstört. Hinzu kam ein Auftrittsverbot für Deutsche im Ausland. Die Truppe wuchs nochmal auf 5 Personen. Mein Vater hat 1952 dann eine „Private“ geheiratet, Friedel, meine zukünftige Mutter. Sie hat eisern probiert und sich ihren Platz in der Truppe erarbeitet. 1962 starb mein Großvater und dann hörte auch meine Großmutter auf. Meine Eltern arbeiteten weiter, mit einem Lehrling. Er hörte 1965 auf und dann ging es zu Zweit weiter. Dadurch wurde die Arbeit immer anstrengender. Bei 9 Personen hat man ja etwas Zeit, bis man wieder dran ist, aber zu Zweit oder Dritt gibt es keine Ruhepunkte. Besonders wenn man Untermann
und Springer ist. Darum gab es (und gibt es bis heute nicht) Kollegen die Ikarische Spiele und Parterre-Springen ausführen (die beiden Belastungen sind sehr unterschiedlich und vertragen sich nicht gerade miteinander).
1971 stieg ich ein, 1981 meine damalige Frau. Von 1981-1987 habe ich Parterre-Springen, ikarischen Ober-und Untermann gemacht!
Gina, meine Tochter, wurde 1984 geboren. Zu Viert haben wir noch bis 1987 gearbeitet, dann waren meine Frau und ich alleine. Meine Großmutter starb 1989, mein Vater 1994 und 1995 die Scheidung von meiner Frau.
Gina wollte bei mir bleiben und so habe ich alleine gearbeitet, Parterre-Springen und Jonglieren in einer Nummer! Nun zeigte auch Gina Interesse, also wurde neben der Schule geprobt. Bald waren wir wieder ein Duo; seit 1999 die Tradition fortsetzend – mit Ikarischen Spielen!
Als "Original Allisons" haben wir eine Darbietung präsentiert, wie sie es kein zweites Mal gegeben hat!
Angefangen von ansprechenden Kostümen bis zur passenden Musik und einer Bühnenpräsenz, die heutzutage sehr selten ist, erlebten sie eine flotte Darbietung (ohne „Kunstpausen“).
Akrobatik in verschiedenen Variationen (einzeln und zu zweit) bildeten den Auftakt, gefolgt von Antipoden als Einstimmung auf die Hauptarbeit, die Ikarischen Spiele. Gezeigt wurde nicht das Übliche, sondern in 3 Touren wurde ein Querschnitt geboten, was bei Ikarischen Spielen alles möglich ist! Das Finale beinhaltete wieder Akrobatik und nochmals Ikarische Spiele. Zu betonen ist, kein Trick wurde zweimal gezeigt (wie bei vielen Kollegen üblich), es war also alles verschieden!
Als zweite Darbietung,
"The Ruzzels", boten wir Spielereien mit Dominosteinen - z.Bs. das An-und Abbauen von 30(!) Dominosteinen,
eine elegante Jongleurnummer.
Dann hat sich meine Tochter eine eigene Jongleurnummer aufgebaut:
"Gina Allison - die jonglierende Putzfrau"!
Auf der Bühne stehen ein Tisch mit Jonglier-Requisiten, ein Stuhl und ein Paar Schuhe (wie in einer Garderobe).
Dann kommt die Putzfrau und fängt an abzustauben. Neugierig greift sie Bälle und versucht zu jonglieren. Schließlich klappt es, dann folgt die Verwandlung zur Jongleuse mit 3 Keulen. Jetzt kommt die Hauptarbeit mit 3 Zigarrenkisten. Zum Schluß die Rückverwandlung zur Putzfrau! Alles mit passender Musik untermalt und mit einem Augenzwinkern serviert!
Aber wie das Leben so spielt (und wo die Liebe hinfällt) - meine Tochter hat einen jungen Mann kennengelernt und nun leben sie zusammen. Anfangs haben wir noch zusammen gearbeitet, aber da ihr Lebensgefährte einen eigenen Beruf hat, ist es auf Dauer nicht das Ideale für eine Beziehung, wenn einer zuhause ist und der andere durch die Weltgeschichte fährt.
Also hat meine Tochter den Artistenberuf im Oktober 2007 aufgegeben.
Ich habe mir die jetzige Jongleur-Darbietung aufgebaut (alleine Ikarische Spiele zu machen ist etwas "kompliziert") und auch gleich mein erstes Engagement im Dezember 2007 in Italien gehabt.
Auf der folgenden Seite ist ein kleiner Querschnitt mit Fotos aus allen Bereichen, schauen Sie einfach mal rein!
Schließen möchte ich wieder mit einem Spruch von Otto Allison:

"Auf Neid von Kollegen kann man stolz sein,
denn er ist nur durch harte Arbeit zu erreichen!"




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